Kegeltour 2004
Von Lüne- bis Hamburg
27. - 29. August 2004

Aus dem Tagebuch eines anonymen Kegelbruders

Freitag, 27. August, 8 Uhr Morgens

Mein liebes Tagebuch: Der Tag fängt schon bescheiden an. Muss meiner Frau noch beichten, dass wir heute auf Kegeltour fahren. Normalerweise mache ich das ja immer an unserem Jahrestag oder an Weihnachten oder nach einem anderen, jährlichen Ritual wie Sex oder so, aber diesmal habe ich mich einfach noch nicht getraut, weil wir nicht wissen, was uns erwartet.
Bild: Sven Nicht, dass wir sonst wüssten, was uns erwartet, aber der Beipackzettel, den uns Kegelvater Arno diesmal verabreicht hat, verheißt mit "alternativer Übernachtungsmöglich- keit" nichts Gutes. Und: "Wer etwas besonderes zum Frühstück haben will, muss es sich selbst mitbringen"! Der Denne hat mitgeplant - wahrscheinlich fahren wir in irgendsoein Hundetrainingslager und es gibt nur Schmackos zum Frühstück.


Freitag, 27. August, 13:30 Uhr

Treffpunkt bei Dunckhöfner. Fahren mit zwei Leihwagen. Ford Galaxi.

Bild: Regen Na ja, Peter wird sowieso in jedem Wagen schlecht und Karsten heizt sowieso jede Kiste bei jedem Wetter kaputt, also was sollen wir uns beklagen, die Kisten haben wenigstens Sitzheizung.


Freitag, 27. August, 15:23 Uhr

Ausfahrt FMO verpasst - Mist, letzte Chance für einen Kurztrip nach Mallorca und die Umgehung von 2 Stunden Stau verpasst. Aber zum Glück haben wir ja reichlich Bier an Board. Müsste eigentlich mal auf nen Parkplatz zum pinkeln. Aber wir warten lieber bis zur niedersächsischen Grenze. Da gibt´s Polizeischutz auf den Parkplätzen und man kann ungestört pinkeln. Achim sitzt auch schon so da als ob er vor das nächste Häuschen gehen könnte, um seinen umgewandelten Hustensaft abzulassen.


Freitag, 27. August, 23:00 Uhr

Endlich mal ´ne ruhige Minute. Sind in Suderburg gelandet und übernachten in Karstens Verbindungsheim. Coole Hütte mit eigener Bar im Haus und Sexspielzeug-Katalog auf dem Lokus. So macht studieren Spaß.
Bild: Arno und Karsten tanzen aufm Tisch
Unsere zwei Fahrer sind bereits kräftig auf der Überholspur - alkoholtechnisch gesehen. Dafür hat sich Peter wiedereinmal frühzeitig in die Boxengasse zurückgezogen.


Samstag, 28. August, 10:00 Uhr

Mein liebes Tagebuch: Boar, war dat ne Nacht. Erst kommen Leute rein und suchen ihren Freund, der es sich bei uns im Matratzenlager heimisch gemacht hat, und dann nehmen die ihn noch nicht mal mit. Hätte Daniel vielleicht ein Paar dreckige Jeans erspart. Da hat doch jemand das Dachfenster mit dem weißen Bus verwechselt und hat dort das Steuer gehalten. Und nebenbei noch einen Teil seiner Fracht in unserem Raum verloren. Obwohl mein Miss Marple Verstand mir sagt, dass unser Gast ein heißer Verdächtiger war, könnte auch ein anderer Kegelbruder dafür in Betracht kommen. Wenn man nachts stolz erzählt, man habe gekotzt aber sich dafür nicht den Kopf gestoßen und am nächsten Morgen nüchternwerdend aufeinmal verzweifelt die Beule am Kopf sucht, um nicht die Dachrinne sauber machen zu müssen, dann könnte da was nicht ganz logisch sein, n'est-ce pas?

An der Wand unten in der Bar hat sich noch eine Kerstin Seyer aus Reitenspliss mit der Zeichnung eines Erika-Bandwurms verewigt. Komisch, habe gestern gar keine Kerstin kennen gelernt. Muss Karsten mal fragen.


Samstag, 28. August, 15:00 Uhr

Bild: Berti und Thomas im Zug Von diesem komischen bunten Bahnhof in Uelzen sind wir nach Hamburg mit dem Zug gestartet.
Arno hat Pils geholt, Semmel wurde angekettet. Na, ja, ich hatte mich ja eigentlich auf Landtag eingestellt, meint Michael, aber Landungsbrücken würden ihm auch reichen. Ja, der gute alte Landtag mit Körbchengröße C.
Bild: Auf den Landungsbrücken Ansonsten auch ganz interessant, die Hamburger Natur mit ihren natürlich gewachsenen Arschgeweihen zu beobachten. Jetzt sitzen wir auf sonem Kutter und schippern durch den Hafen. Eine Hafenrundfahrt, die ist lustig, aber mal ehrlich: son bisschen Bölkstoff hätte Käpt`n Blaubär da vorne uns ja ruhig verkaufen können. Sind janich aufdem Kinderkanal...


Sonntag, 29. August, 1:00 Uhr

So, nachdem wir uns bei so brasilianischen Clowns mit ganz vorzüglichem, halb-vegetarischen Kuh-Fleisch die Bäuche vollgeschlagen haben und uns wie die Pfeffersäcke über das Alster-Vergnügen gezogen haben, hat uns eine kleine Zwischenstation wieder voran gebracht.
Bild: Havanna Club
Der Schuppen, in dem wir gelandet sind, sieht von außen wie eine Boot für Senioren-Kaffeefahren aus. Von Innen ist das Publikum aber schon recht jugendlich gewesen und nach ein paar Beschleunigungsrunden mit Wodka-Red Bull konnten wir alle mitsingen als der DJ L`hombre`s Lied gespielt hat: "Mr. L`homre gibt ne Runde" - hat er dann auch getan - L´hombre, nicht der DJ. Jetzt geht's auf nach St. Pauli. Die einen wollen Busen gucken und die anderen dafür auch noch Geld bezahlen. Kost ja mindestens 40 Mark, wenn man nicht das Freigetränk geschickt von 18 Euro auf 15 Euro hoch handelt.


Sonntag, 29. August, 5 Uhr morgens

Mein lieber Scholli: Es ist fünf Uhr, wir sitzen im Zug, ohne Schlaf, alle strunkelig, und hatten eine Mordsgaudi. Karsten schläft. Aber der würde auch bei ner Nutte auf St. Pauli einschlafen, wenn die sich zuviel bewegt oder anfängt wie ein Zug zu rattern. Treffen sich zwei Nutten in ...naisjaauchegal. Die Pferdekutschen Tour heute Nachmittag sollen die doch mal lieber absagen. Die können froh sein, wenn wir heute Abend nicht auf Schlafwagen umbuchen.


Sonntag, 29. August, 13:30 Uhr

Mein lieber Scholli 2: Alle Wasserleichen sind wieder lebendig. Trotz Fußmarsch von Suderburg, Hauptbahnhof, Arsch der Welt, bis Suderburg, Stadt, Arsch im Bett, keine Verluste, sieht man mal davon ab, dass Bertis hübsches Stimmchen jetzt nur noch zum Sägespäne machen zu gebrauchen ist. Die Gäule stehen vor der Tür und stinken - oder sind das immer noch wir? Gott sei dank gibt es ja Alkohol zum betäuben und soviel frische Luft hier, hoch auf dem gelben ...naisjaauchegal.


Sonntag, 29. August, 23:00 Uhr

Ankunft Heiden-Marbeck. Alle sind kaputt. Bier bei Dunckhöfner ist wohl nach allgemeiner Stimmungslage nicht mehr drin. Aber war ne klasse Tour. Jetzt muss ich meinem Schätzchen nur noch sagen, warum ich mit ner Alkoholfahne von der kurzfristig einberufenen Reserveübung wiederkomme. Beim nächsten mal geht´s hoffentlich wieder in ein Hotel und es reicht, wenn ich mein Handy mitnehme, um alle 10 Minuten ne SMS über das Wetter an mein Frauchen zu versenden.